dROGENHILFEZENTRUM sAARBRÜCKEN

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psychosozialen Beratungsstelle ZUR ÜBERSICHT

Trägerschaft

Die Drogenhilfe Saarbrücken ist im Großen und Ganzen eine Rechtsnachfolgerin der Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V., die 1972 gegründet wurde und in Saarbrücken die erste psychosoziale Beratungsstelle des Saarlandes darstellte. Die Trägerschaft des Drogenhilfezentrums war 1992 aufgeteilt zwischen der Aidshilfe Saar als Verantwortliche für die akzeptanzorientierten „Überlebenshilfen“ und der Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V., die verantwortlich für die abstinenzorientierten „Ausstiegshilfen“ war. Damit ergab sich auch eine an diesen Trennlinien aufgestellte Arbeits-­ und Aufgabenteilung der Mitarbeiter:innen der Einrichtung. 1999 wurde die Trägerschaft des Hauses in eine gemeinnützige GmbH überführt, in der die früheren Vereine als Gesellschafter fungieren. Im Jahr 2012 wurde der Paritätische Wohlfahrtsverband Rheinland-Pfalz / Saarland dritter sowie im Jahr 2018 die Saarland Heilstätten GmbH vierter Gesellschafter. Zum 1. April 2021 hat die Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. Saarbrücken, ihren Geschäftsanteil an der Gesellschaft an die Arbeiterwohlfahrt Landesverband Saarland e.V. Saarbrücken übertragen.

Historie

Das Drogenhilfezentrum (DHZ) besteht am jetzigen Standort seit August 1992. Mit der Vorläufereinrichtung Café HiFi (Hilfe für Fixer) am Standort Bruchwiesenstraße wurden erstmals in Saarbrücken niedrigschwellige Hilfen angeboten. Die Trägerschaft fand sich bei der abstinenzorientierten Aktionsgemeinschaft Drogenberatung e.V. (AGD) und war eine von deren Außenstellen. Im Gefolge veränderter Rahmenbedingungen der Drogenarbeit (ordnungspolitisch die Entstehung einer offenen Szene im Nauwieser Viertel, gesundheitspolitisch die Gefahr einer epidemischen Verbreitung des HI-Virus unter Drogengebraucher:innen) brachte die AIDS-Hilfe Saar e.V. (AHS) weitere Angebote an die User mit ein, darunter die Ausgabe von warmen Mahlzeiten und einen Spritzentausch als eine erste und bis heute wichtige Maßnahme der Infektionsprophylaxe. Der stark wachsende Platzbedarf war ausschlaggebend für den Bezug der großzügig bemessenen Räumlichkeiten in der Brauerstraße.

Zielgruppe

Das DHZ ist Anlaufstelle für Konsument:innen illegaler, harter Drogen (vorwiegend Opiate und deren Derivate sowie Kokain) oder missbräuchlich verwendeter Medikamente (vorwiegend aus der Gruppe der Benzodiazepine), die in unterschiedlichen Mischformen meist intravenös appliziert werden. Zur Nutzung der Einrichtung ist die Volljährigkeit und ein nachgewiesener Wohnsitz im Saarland erforderlich.

Ziele

Mit den Angeboten des DHZ sollen möglichst viele Konsument:innen illegaler Drogen erreicht werden, um ihnen Ausstiegs- und Überlebenshilfen zur Verfügung zu stellen. Die negativen Begleiterscheinungen des Konsums illegaler Drogen sollen abgemildert und weitere Schäden vermieden werden (Harm reduction gemäß den Grundsätzen der WHO). Das Leistungsspektrum der Einrichtung umfasst sowohl die Herausführung von Drogengebraucher:innen aus der Abhängigkeit durch Ausstiegsberatung und Vermittlung in Ausstiegsprogramme als auch Überlebenshilfeangebote lebenspraktischer Natur sowie Angebote zur Infektions- und Notfallprophylaxe. Unter ordnungspolitischen Gesichtspunkten besteht die Zielsetzung des DHZ darin, die Belastung der Öffentlichkeit durch die negativen Begleiterscheinungen einer offenen Drogenszene (Spritzenmüll, öffentliches Konsumgeschehen) zu reduzieren.

Unser Team

In dem multiprofessionellen Team des DHZ sind Sozialarbeiter:innen, Gesundheitspfleger:innen, ein Geschäftsführer, eine Verwaltungsangestellte, ein Hausmeister, Honorarmitarbeiter:innen in Aufsichtsdiensten sowie Praktikant:innen und Personen im Rahmen des BFD oder FSJ beschäftigt.

Sven Schäfer

Geschäftsführer

Telefon: 
0681-9381817

E-Mail:
sven.schaefer@dh-saar.de

Christine Gläser

Assistentin der gESCHÄFTSFÜHRUNG

Telefon: 
0681-9381815


E-Mail:
christine.glaeser@dh-saar.de

Eva Wache

Fachliche Leiterin

Telefon: 
0681-9381822

E-Mail:
eva.wache@dh-saar.de

Aaron Wolter

Sozialarbeiter

Telefon: 
0681-9381821

E-Mail:
aaron.wolter@dh-saar.de

Manuel Zimmer

Sozialarbeiter

Telefon: 
0681-9381810

E-Mail:
manuel.zimmer@dh-saar.de

Phillip Wiebrecht

Sozialarbeiter

Telefon: 
0681-9381824

E-Mail:
phillip.wiebrecht@dh-saar.de

Birgit Baer

Sozialarbeiterin

Telefon: 
0681-9381811

E-Mail:
birgit.baer@dh-saar.de

Lena Schirra

Sozialarbeiterin

Telefon: 
0681/9381820

E-Mail:
lena.schirra@dh-saar.de

Elena Loes

Sozialarbeiterin

Telefon: 
0681-9381818

E-Mail:
elena.loes@dh-saar.de

Ute Zoschke

Gesundheits- und Krankenpflegerin

Telefon: 
0681-9381814

E-Mail:
ute.zoschke@dh-saar.de

Tobias Hoffmann

Sozialarbeiter

Telefon: 
0681/9381827

E-Mail:
cornelia.keuchel@dh-saar.de

Gilbert Schmitt

Gesundheits- und Krankenpfleger

Telefon: 
0681-9381814


E-Mail:
gilbert.schmitt@dh-saar.de

Inhaltliche Ausrichtung

Das DHZ ist eine akzeptanzorientierte Einrichtung. Die akzeptierende Drogenhilfe wurde in den 80er Jahren entwickelt. Ihr vorangegangen waren ausschließlich abstinenzorientierte Strategien und Konzepte. Zunehmende gesundheitliche, soziale und psychische Verelendung der Drogenkonsument:innen in den öffentlichen Drogenszenen, ständig steigende gesellschaftliche Sekundärkosten (Beschaffungskriminalität etc.), die starke Verbreitung des HI-Virus sowie das Aufkommen der Immunschwächekrankheit AIDS in der intravenös konsumierenden Szene, aber auch eine sich von Jahr zu Jahr erhöhende Zahl von Drogentoten förderten in Drogenpolitik und -hilfe ein Umdenken. Die geringe Reichweite des hochschwelligen und abstinenzorientierten Drogenhilfesystems führte zum Beschreiten neuer Wege.

Die akzeptierende Drogenhilfe fordert keine unmittelbare Abstinenz, sondern kooperiert mit den nach ihrem Verständnis mündigen Konsument:innen bei der Erarbeitung eines eigenverantwortlichen, risikoarmen Umgangs mit der Droge. Sie setzt auf Überlebenshilfe und Schadensbegrenzung (Harm-Reduction). Die sich aus dem Konsum illegaler Drogen ergebenden sozialen, gesundheitlichen und psychischen Schäden sollen durch das Vorhalten von lebenspraktischen Hilfen (z.B. Kleiderkammer), von Überlebenshilfen (z.B. Spritzentausch) und Beratung bei alltags- und drogengebrauchsbezogenen Problemen minimiert werden. Es geht darum, Überleben zu sichern, soziale Desintegration zu verhindern,  sowie die Betroffenen gesundheitlich und psychosozial zu stabilisieren; dies geschieht auch mit dem Wissen, dass eine eventuell später beabsichtigte abstinente Lebensführung durch Folgeschäden enorm erschwert wird.

Prinzipiell garantieren Einrichtungen der akzeptierenden Drogenhilfe  ein niederes Anforderungsprofil. Der Umgang mit Besucher:innen ist nicht bevormundend, zeitnahe Inanspruchnahme von Beratung und Vermittlung in weiterführende Hilfen ist möglich. Die in der akzeptierenden Drogenhilfe vielfach angewendete Methode der Niedrigschwelligkeit zielt darauf, durch die Senkung der Zugangsschwelle zum Hilfesystem möglichst viele Betroffene zu erreichen. Die niedrigschwellig gestaltete Drogenhilfe hält sozialraumbezogene, szenenahe Unterstützungsangebote bereit. Sie sind meist, wie auch im DHZ, integrativ verzahnt mit Kernbereichen einer moderierenden und entwicklungsbegleitenden Gesundheitsprävention und mit einer Beratungsstelle, in der Drogen-, Sozial-, und Ausstiegsberatung geleistet wird.

In der Praxis hat sich gezeigt, dass durch die Zugangsmethode 'Niedrigschwelligkeit' und den inhaltlichen Arbeitsansatz 'Akzeptanz' die Reichweite von Drogenhilfe erhöht wird, da auch diejenigen Drogengebraucher:innen angesprochen werden, die über die traditionellen ambulanten und stationären Hilfen nicht oder noch nicht erreicht werden. Die akzeptierende Drogenhilfe ist kein Königsweg, sie versteht sich nicht als Alternative oder Konkurrenz zu abstinenzorientierten Hilfen. Sie hat sich aber als unverzichtbarer Bestandteil des Drogenhilfesystems etabliert.

Im DHZ Saarbrücken wird von Beginn an nach akzeptierenden Maßstäben gearbeitet. Die Grundsätze der akzeptierenden Drogenhilfe wurden ebenso wie die vorgehaltenen Angebote immer wieder überdacht, neu diskutiert und an saarbrücker Verhältnisse angepasst. Haltungen und Angebotsstruktur haben sich so mit der Zeit verändert. Dabei waren Bedürfnislage der Konsument:innen, aber auch die Budgetierung der Einrichtung sowie ordnungspolitische Entscheidungen der Kostenträger zur Sicherung des Standorts maßgeblich.